Rekord in Neumünster

Da kam Freude auf: Nach kleinen Unstimmigkeiten im Grand Prix der Weltcup-Etappe in Neumünster (das ist aber auch eine Halle, die es in sich hat!), hat die Kür heute einfach nur Spaß gemacht. Die Konzentrationsstörung bei den Einerwechseln geht auf meine Kappe, ansonsten war Emilio ganz bei mir und glänzte vor allem mit herrlichen Piaffen, Passagen, und Übergängen. Zusammen mit Top-Fußnoten brachte uns das unser gemeinsames persönliches Bestergebnis von 88,45% — Platz zwei in einer Prüfung, die das Publikum im Hexenkessel von Neumünster buchstäblich von den Stühlen riss 🙂

(Foto: Stefan Lafrentz)

Wiesbaden: Das CongressCenter tanzt

Fünfzig Jahre ist es her, dass Josef Neckermann, der zweimal olympisches Dressur-Mannschaftsgold gewann und 1972 als bis heute ältester deutscher Sportler in ein olympisches Viereck einritt, den Ball des Sports in Wiesbaden ins Leben rief. Zum Jubiläum stand das Event, mit dem die Deutsche Sporthilfe um Unterstützung für ihre Athleten wirbt, daher ganz im Zeichen des Reitsports. In der Mitte des Ballsaals präsentierten Reiter aus den drei olympischen Disziplinen und eine Pony-Nachwuchsreiterin den deutschen Reitsport. Durch das Programm führte Johannes B. Kerner, assistiert von den Bundestrainern. Für den Dressursport durfte ich mit Weihegold durch diese ganz besondere Arena tanzen – ein Auftritt, bei dem sie gut gelaunt mit dem glitzernden Publikum um die Wette glänzte.

(Fotos: Frank Heinen)

Amsterdam: Aller guten Dinge sind … fünf

Fünfmal bin ist jetzt mit Weihegold bei der Weltcup-Etappe in Amsterdam gestartet, und fünfmal konnten wir sie gewinnen. 2016 begann hier unser gemeinsamer Weg zu den Olympischen Spielen von Rio … und in das erlesene halbe Dutzend von Paaren, die bis jetzt die 90%-Marke knacken konnten. Das haben wir auch zum Jahresauftakt wieder geschafft und die Kür mit 90,280% gewonnen. Dabei hat es uns die Konkurrenz durchaus nicht leicht gemacht, denn auch Charlotte Dujardin und ihre Freestyle hatten den Weg auf den Kontinent angetreten und bescherten nicht nur dem Publikum (und den Teilnehmern) in Amsterdam spannenden Sport, sondern schürten auch die Vorfreude auf ein sportliches Jahr, das großartig zu werden verspricht. Auf ein gutes Neues also …

(Foto: FEI)

Feliz Navidad …

… war der Song, zu dem Johnny am Sonntag in der Frankfurter Festhalle auf seine letzte Turnier-Mittellinie eingebogen ist. Wir hatten dieses „alternative Ende“ spontan in die Kür eingebaut, die Frankfurter Technik hat’s möglich gemacht, das Publikum was begeistert, und ich habe jetzt einen Ohrwurm 🙂

Mit diesem wunderbaren Feeling gehe ich in die Feiertage und wünsche meinen Freunden und Unterstützern, meinem Team, meinen Fans und allen, die hier mitlesen, ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr!

Und – ja, den Pferden Gesundheit, alles Heu der Welt und kein Ende dieser Neugier und Lernbereitschaft, die der Grund dafür ist, dass ich es jeden Morgen kaum erwarten kann, in den Sattel zu steigen. Danke!

Frankfurt: Johnnys letzter Auftritt auf großer Bühne

Schon zu Beginn der Saison hatte ich angekündigt, dass 2019 Don Johnsons letztes Jahr im Sport sein sollte. Eigentlich hatte ich natürlich gehofft, dass Madeleine Winter-Schulze bei seiner Verabschiedung dabei sein könnte, aber sie kuriert zu Hause ihren Beinbruch aus und konnte nur via Internet zuschauen. Eine Zeremonie mit Absatteln kam für mich ohne sie nicht in Frage – trotzdem sollte Frankfurt sein letztes Turnier werden.

Und was für ein Turnier es geworden ist! Nicht nur, dass Johnny uns alle mit einer sehr ehrgeizigen Leistung im Grand Prix überrascht hat – das ganze Team hatte eigentlich ein anderes Paar als Sieger dieser Prüfung auf dem Zettel stehen. Um so mehr haben wir uns gefreut, dass uns diese Ehre zuteil wurde. Der ganz große Gänsehautmoment kam dann aber, als sich fünftausend Menschen in der Festhalle schon während unserer letzten Mittellinie von ihren Plätzen erhoben und Johnny mit stehenden Ovationen in den (Un)Ruhestand entlassen haben. Eine schönere Kulisse hätte es für unseren letzten Wettkampf nicht geben können!

Wie es jetzt weitergehen wird … das muss uns Johnny sagen. Ich werde ihn auf jeden Fall zu Hause weiter reiten, denn er ist ja top fit und hat Spaß an der Arbeit. Gleichzeitig werden wir seine Paddock- und Weidezeiten allmählich verlängern und dann sehen, wie viel Beschäftigung er noch haben möchte. Ob er je ein gemütlicher Rentner werden wird? Schaumermal …

Schreck und Sieg in Salzburg

Schön war’s in der Mozartstadt, die beim Amadeus Horse Indoors auch ein kleines, aber sehr feines Programm für Dressurfreunde im Angebot hatte.

In der Special-Tour hatte ich nach langer Pause Quintus mit dabei, der mich bei seinem ersten internationalen Grand-Prix-Start nicht enttäuscht hat, obwohl er wirklich sehr unerfahren ist. Neben dem Sieg im Grand Prix konnte er auch seinen ersten Special mit einem Treppchenplatz beenden und wurde Dritter. Dafür ging der Sieg in dieser Prüfung an Victoria Mac-Theurer und Rockabilly, und natürlich ist es auch eine Freude, dass mein Training solche Früchte trägt.

In der Weltcup-Tour hat mich Emilio zweimal zum Sieg getragen; in der Kür konnte sich Vici Max-Theurer Platz drei sichern, diesmal mit Benaglio — eine runde Sache, das!

Dies alles kann ich aber nur so locker schreiben, weil feststeht, dass „Mado“ Winter-Schulze — Mäzenin, treue Seele und Freundin par excellence — in Salzburg Glück im Unglück hatte. Sie wurde von Quintus beim Einreiten zur Siegerehrung so unglücklich zu Boden gestoßen, dass sie einen Oberschenkelhalsbruch erlitt. Nach sofortiger Operation kam auch schnell das Aufatmen: Alles ist komplikationslos verlaufen, sie hat die OP super verkraftet, und wir hoffen alle, dass sie schnell wieder auf den Beinen sein wird.

Mit fest gedrückten Daumen wünsche ich einen schönen Zweiten Advent!