Gut gemacht, Balve!

Schon relativ früh in der Corona-gebeutelten Saison waren sich die Macher (und vor allem die Macherin) des Turniers in Balve sicher, dass es eine Deutsche Meisterschaft der Dressurreiter auf ihrem Gelände geben würde. Die Planungen durchzuziehen, war ein Spiel auf Risiko, und ich muss sagen: Hut ab, was Ihr da gezaubert hat. Klar fiel der Applaus diesmal spärlich aus, und das Starterfeld der Meisterschaft war klein – aber der Spannung und dem Niveau im Wettkampf hat das alles keinen Abbruch getan.

Es war keine Überraschung, dass sich “girls’ power” um die vorderen Plätze duellieren würde, und am Ende haben Jessi von Bredow-Werndl mit ihrer Dalera und Weihe und ich uns die Medaillen redlich geteilt: Nach dem Sieg im Grand Prix hatten Weihegold und ich im Special einen teuren Wechselfehler und wurden “technische” Vizemeisterinnen. Aber in der Kür war Weihe einfach nur wow. Sie hat keine Punkte liegen gelassen und alles richtig gemacht, als hätte es nie eine Turnierpause gegeben. Mit 90,8% war uns die Goldmedaille nicht zu nehmen.

Emilio war in Balve sehr “an”, und vor allem im Grand Prix hatte ich gut damit zu tun, seinen Fokus auf mich und die Prüfung zu lenken. Dass mir das gelingen konnte und wir beide Prüfungen mit 78% abschließen konnten, zeugte dann aber einmal mehr von seinem Charakter, und auch diese Aufgabe hat Freude gemacht.

Nochmals danke an das Team in Balve – es hat an nichts gefehlt und war bei herrlichem Spätsommerwetter eine wirklich schöne Turnierreise!

Hagen a.T.W.: Angenehme “Zwischenatmosphäre”

Es war eine denkwürdige Turnierreise, die wir am Wochenende nach Hagen am Teutoburger Wald unternommen haben: Nach gut drei Monaten Corona-Stillstand hatte Familie Kasselmann zu einem kleinen, aber feinen Dressurturnier rund um eine Qualifikation für den Louisdor-Preis eingeladen. Ich bin mit Emilio hingefahren, und wir haben den Grand Prix und den Special gewonnen – doch die Siege gerieten fast zur Nebensache, denn natürlich kam so ganz ohne Publikum keine richtige Turnierstimmung auf. Trotzdem war es schön, dass das Turnier stattgefunden hat; alles war wunderbar locker und entspannt.

Mit Emilio war ich sehr zufrieden. Er hat beide Prüfungen sehr gut gemeistert, und ich konnte in aller Ruhe ein paar Dinge ausprobieren. Außerdem hatte ich Belantis zum Training dabei. Ihm hat die “Zwischenatmosphäre” auf diesem Turnier sehr gut getan; der fremde Stall und fremde Trainingsplätze, aber noch kein richtiger Turniertrubel. Er war trotzdem noch ein bisschen aufgeregt, er ist einfach viel sensibler als man das vielleicht auf den ersten Blick meint.

Danke an Familie Kasselmann für dieses rundum gute Turnier – und nun schauen wir mal, wie es weitergeht.

Gute Nachrichten: Horses & Dreams Entertainment führt die Lehrserie “Die Alten Meister” weiter

Hagen a.T.W. Frank R. Henning hat sein Leben den Pferden, dem Pferdesport und der Serie „Die Alten Meister“ gewidmet. Für ihn Stand das Pferd im Vordergrund und das Bewusstsein Pferde artgerecht auszubilden, zu fördern und zu trainieren. Diese Leitidee prägt die renommierte Lehrreihe bis heute.
25 Jahre lang gab Frank R. Henning den „Alten Meistern“ ein Gesicht und eine Plattform, nun wird die Serie mit 13 Stationen von der Horses & Dreams Entertainment GmbH weitergeführt. „Es war Franks Wunsch, dass diese für den Reitsport so wichtige Lehrreihe auch nach seinem Tod weitergeführt wird“, betont Ehefrau Christina Henning. Mit der Familie Kasselmann verbindet die Familie Henning seit vielen Jahren eine enge Freundschaft. Aus dieser Freundschaft entstand die Idee, das Netzwerk der Familie Kasselmann zu nutzen, um „Die Alten Meister“ weiterleben zu lassen. „Es ist mir eine Ehre, diese großartige Lehrreihe unter unsere Fittiche zu nehmen und in Franks Interesse weiterzuführen“, erklärt Ullrich Kasselmann. Wer die Veranstaltungen, die ab dem 14.09.2020 wieder stattfinden sollen, von nun an moderiert, steht bis dato noch nicht fest, es werden allerdings schon vielversprechende Gespräche geführt.
„Wir freuen uns, zusammen mit Christina die Serie in diesem Jahr unter den gegebenen Umständen bestmöglich umzusetzen“, betont Francois Kasselmann. „Frank hat sich gewünscht, dass wir gemeinsam diese besondere Serie für den Reitsport weiterentwickeln und gemeinsam die klassische Ausbildung von Pferden an viele Reitsportinteressierte weitergeben.“

Save the Date:
14.September 2020 Bad Homburg mit Helen Langehanenberg
21. September 2020 Winsen/Aller mit Monica Theodorescu
22. September 2020 Schenefeld mit Christoph Koschel
28. September 2020 Goch mit Isabell Werth
29. September 2020 Salzkotten mit Hubertus Schmidt
12. Oktober 2020 Chieming-Hart mit Michael Klimke
13. Oktober 2020 München mit Michael Klimke
26. Oktober 2020 Ankum mit Monica Theodorescu
23. November 2020 Durmersheim mit Michael Klimke

Alle weiteren Informationen & Anmeldeformulare findet Ihr unter: www.henning-reitevents.de/die_alten_meister.html

Abschied von Frank Henning

Ihr kanntet ihn als “Mr. Reiter Forum” und als Erfinder des Seminarformats “Die Alten Meister”; er war in der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport genauso engagiert wie er von der Wichtigkeit der “Pferde für unsere Kinder” überzeugt war — für mich war Frank Henning seit über 30 Jahren ein guter Freund, der meine ganze Karriere seit meinen Anfängen bei Dr. Schulten-Baumer begleitet und mir damals auch meinen allerersten Sponsor vermittelt hat. Natürlich war es ein Autohersteller, wie so vieles bei Frank Henning mit der Liebe zum Pferd zu tun hatte und durch Autos möglich wurde. Sein Werdegang als Autoverkäufer und Pferde-Enthusiast führte irgendwann zu der genialen Idee, Pferdefreunde landauf, landab in die Autohäuser einzuladen und sie “von den Besten lernen” zu lassen: Das “Reiter Forum” wurde ein echter Klassiker.

Kurz vor dem Osterwochenende ist Frank Henning plötzlich verstorben. Ich kann kaum in Worte fassen, was das für mich bedeutet … den Verlust eines Vollblut-Pferdemanns, dessen Begeisterung für Ausbildungsthemen keine Grenzen kannte, der immer wieder eine Spürnase für interessante Dressurpferde hatte, den ich nie anders als ehrlich und korrekt erlebt habe und der trotz seiner zermürbenden Krankheit bewundernswert unermüdlich unterwegs war, um Reiter und Fans zu besseren Pferdemenschen zu machen.

Mein herzliches Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und kongenialen Wegbegleiterin Christina, der ich viel Kraft in diesen schweren Tagen wünsche!